Aktive und offene Zivilgesellschaft

Als Verband unterstützen und fördern wir zivil‐ und bürgerschaftliches Engagement in vielfältiger Weise – in unserem Land, auf Bundeseben und im internationalen Rahmen.

Auch über die Arbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales hinaus sind die Mitglieder des Humanistischen Verbandes aktiv.

Wir sind Partner der offenen Gesellschaft

Als Verband befürworten wir eine demokratische und pluralistische Gesellschaftsordnung, in der alle Weltanschauungs‐ und Religionsgemeinschaften gleichberechtigt die Interessen ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer vertreten können. Unser Verband ist parteipolitisch neutral und befürwortet eine gerechte Weltwirtschaftsordnung sowie eine internationale Völkerverständigung auf friedlichem Wege. Als Verband wenden wir uns grundsätzlich gegen die Anwendung von Gewalt zur Lösung politischer Konflikte. Als zivilgesellschaftlich engagierte Organisation unterstützen und fördern wir alle Initiativen, die sich mit uns für die offene Gesellschaft einsetzen.

Ländergrenzenübergreifende Zusammenarbeit

Der Humanistische Verband stützt sich in seinem ethischen und moralischen Selbstverständnis auf die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und die sich daran anschließenden internationalen und europäischen Menschenrechtskonventionen.

Auf internationaler Ebene sind wir Teil der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU). Diese wurde 1952 in Amsterdam gegründet und repräsentiert als Zusammenschluss von mehr als hundert humanistischen Organisationen aus vierzig Ländern etwa fünf Millionen Menschen. Sie ist auf Ebene der Vereinten Nationen aktiv und äußert sich regelmäßig im UN‐Menschenrechtsrat zu aktuellen Themen, die humanistische Anliegen betreffen.

Darüber hinaus unterstützt der Verband aktiv die Arbeit der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF) zugunsten der innereuropäischen Verständigung mit. Einen Schwerpunkt stellt dabei die Zusammenarbeit mit humanistischen Initiativen und Organisationen aus Osteuropa dar.


Im Folgenden finden Sie außerdem eine Auswahl aus den Projekten unseres Dachverbandes in den vergangenen Jahren.

2015 – Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland

Am 17. September 2015 wurde erstmals der Bericht Gläserne Wände vorgestellt. Die kompakte Broschüre beschreibt auf rund 100 Seiten, in welchen Bereichen Bürgerinnen und Bürger ohne religiöses Bekenntnis benachteiligt werden und verweist auf aktuelle Konfliktfelder. Sie erläutert politische und rechtliche Hintergründe des Status quo und nennt Fallbeispiele. Komplettiert werden die Darstellungen durch Vorschläge, wie die Politik Benachteiligungen abbauen könnte, sowie durch O‐Töne konfessionsfreier und nichtreligiöser Menschen aus ganz Deutschland und eine Auswahl relevanter statistischer Befunde.

Übergabe von mehr als 600 Exemplaren des Berichts an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags im April 2016. Foto: HMA

Der Bericht wurde seitdem an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages, an die Richter des Bundesverfassungsgerichts sowie an die Abgeordneten bzw. Fachstellen der Fraktionen mehrerer Landtage versendet.

Website: www.glaeserne-waende.de

Darüber hinaus stehen wir kontinuierlich im Dialog mit Parteienvertretern auf Bundes‐ und Länderebene, um auf bestehende Defizite hinzuweisen und zukunftsfähige Lösungsansätze zu vermitteln. Dieses Engagement wird begleitet von öffentlichkeitswirksamen Aktionen, unseren Verbandsmedien und der Teilnahme an Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, Gesprächskreisen und Tagungen.

2014 – Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende

Aufgrund der Versuche der Kirchen und der Unionsparteien, die Selbstbestimmung am Lebensende einzuschränken, trat auf Initiative des Humanistischen Verbandes am 12. März 2014 ein Bündnis mehrerer säkularer Organisationen in die Öffentlichkeit, um sich gegen die Kriminalisierung der bisher straffreien Suizidbeihilfe zu stellen.

Website: www.mein-ende-gehoert-mir.de

2013 – Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung

Im September 2012 gab es auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor in Berlin die erste Kundgebung gegen den sogenannten „1000‐Kreuze‐Marsch” durch das Zentrum der Stadt, in dessen Rahmen religiös‐fundamentalistische und radikale Gegner/innen von Abtreibungen seit Jahren für ein europaweites umfassendes Verbot des Rechts von Frauen, eine ungewollte Schwangerschaft rechtzeitig abzubrechen, mobilisieren.

Im August 2013 wurde auf Initiative des Humanistischen Verbands das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung gegründet, dem sich bis heute mehr als 30 zivilgesellschaftliche Vereinigungen, frauenrechtsbasierte Netzwerke und parteipolitische Organisationen angeschlossen haben. Im September 2017 hatten über 2.500 Einzelpersonen sowie zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Abgeordnetenhauses von Berlin ihre Unterstützung für das Bündnis erklärt. Unter anderem der damalige Regierende Oberbürgermeister Klaus Wowereit sowie der Regierende Oberbürgermeister seit 2014, Michael Müller, begleiteten die Aktionstage des Bündnisses mit einem Grußwort.

Website: www.sexuelle-selbstbestimmung.de